Die Bandhas – unsere Helferlein in den Asanas

2017-05-15T16:51:19+00:00

Die Bandhas (Mula Bandha, Uddiyana Bandha, Jalandhara Bandha)

Oft bekommen die Schüler im Unterricht zu hören, dass sie ihre Bandhas setzen sollen… aber was ist das eigentlich?

Man kann es sich ganz einfach so vorstellen: die Energie zirkuliert stetig im Körper, und um sie an bestimmten Plätzen halten zu können (z.B. um bestimmte Körperstellen zu stützen), müssen Verschlüsse (Körperverschlüsse) gesetzt werden, die Bandhas.

Mula Uddiyana Bandha

Ein Bandha zu setzen ist jedoch gar nicht so einfach und bedarf ein wenig Übung: Bandhas sind auf der einen Seite nämlich subtile Muskelkontraktionen, auf der anderen Seite müssen sie jedoch mit erhöhter Konzentration nicht nur gesetzt, sondern auch gehalten werden.

Ich stelle hier zunächst die zwei Bandhas vor, die ich in meinem Yoga Unterricht bei InMotion in Lüdinghausen am meisten benutze: Mula Bandha und Uddiyana Bandha, im Anschluss folgt Jalandhara Bandha.

Mula Bandha

Das Mula Bandha (Sanskrit: Wurzel, Basis) gibt dem Körper Stabilität und Festigkeit, es verhindert, dass ein Hohlkreuz entsteht, indem es das Becken nicht nach hinten kippen lässt.

Es wird folgendermaßen gesetzt:

In der Einatmung wird der Beckenboden angespannt, wobei das Steißbein nach unten vorne zieht, dadurch wird das Kreuzbein nach unten gezogen und der untere Rücken verlängert sich. Durch diesen Vorgang wird die Lendenwirbelsäule stabilisiert und es werden Fehlhaltungen vermieden. Man kann anfänglich die rechte Hand auf das Schambein und die linke Hand auf das Steißbein legen, dann bei der Einatmung die rechte Hand nach oben ziehen und die linke Hand nach unten schieben – so bekommt man ein Gefühl dafür, wohin Mula Bandha ziehen soll.

In erster Linie entsteht die Kontraktion der Muskeln zwischen dem After und dem Geschlechtsorgan. Mit der Zeit entwickelt sich ein besseres Gefühl für den gesamten Beckenboden und die Kontraktion der Dammmuskeln.

Uddiyana Bandha

Das Uddiyana Bandha (Sanskrit: emporfliegen) stabilisiert den mittleren und den oberen Rücken, es wird gesetzt, um insbesondere Fehlhaltungen im Brustwirbelbereich zu verhindern.

Uddiyana Bandha wird gesetzt, indem bei der Ausatmung der untere Bauch nach innen und der Bauchnabel nach oben gezogen wird. Dadurch entstehen ein leichtes Vakuum im Brustkorb und im Inneren ein Sog nach oben, was ein Gefühl von Leichtigkeit erzeugt.

Um sowohl ein Gefühl von Stabilität als auch Leichtigkeit zu erzielen, kann man Mula Bandha bei der Einatmung und Uddiyana Bandha in der Ausatmung setzen. Dies setzt allerdings Einiges an Konzentration und Können voraus.

Jalandhara Bandha

Das Jalandhara Bandha (Sanskrit: Netz, Gewebe) reguliert den Energiestrom zwischen dem Gehirn und dem Herzen und verhindert den Druck auf das Herz.

Es wird bei Pranayama (Atemübungen), insbesondere bei Atemverhaltung, gesetzt. Dafür werden die Nackenwirbel lang nach oben gezogen, das Kinn wird leicht abgesenkt und der Kehlkopf wird sanft nach innen gezogen.

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